Beim Umzug denkst du an Kartons, Möbel und die neue Adresse beim Amt. Eine Sache wird dabei gern vergessen: deine Post. Ohne Vorkehrung landen Briefe und Pakete weiter an der alten Anschrift, und die neuen Bewohner sortieren sie bestenfalls aus, schlimmstenfalls verschwindet wichtige Behörden- oder Bankpost. Genau dafür gibt es den Nachsendeauftrag der Deutschen Post: einen kostenpflichtigen Service, der deine Sendungen für eine festgelegte Zeit automatisch an die neue Adresse umleitet. In diesem Ratgeber erfährst du alles, was du brauchst, um den Nachsendeauftrag richtig, rechtzeitig und ohne teure Fehler einzurichten.
Was ist ein Nachsendeauftrag und warum brauchst du ihn?
Ein Nachsendeauftrag (oft auch Nachsendeservice genannt) ist eine Dienstleistung der Deutschen Post, bei der alle adressierten Sendungen, die noch an deine alte Anschrift gehen, automatisch an deine neue Adresse weitergeleitet werden. Das funktioniert im Hintergrund: Die Post erkennt deine alte Adresse beim Sortieren und leitet die Briefe sowie DHL-Pakete um.
Der entscheidende Punkt: Selbst wenn du sorgfältig bei jedem Absender deine neue Adresse hinterlegst, vergisst du in der Praxis immer welche. Der jährliche Steuerbescheid, eine Versicherung, mit der du selten Kontakt hast, ein alter Online-Shop, der Garantieunterlagen schickt. Der Nachsendeauftrag ist dein Sicherheitsnetz, damit nichts Wichtiges verloren geht, während du nach und nach alle Kontakte aktualisierst.
Wichtig zu verstehen: Der Nachsendeauftrag ersetzt nicht die Ummeldung beim Einwohnermeldeamt. Beides läuft getrennt. Die Ummeldung ist gesetzlich vorgeschrieben und kostenlos, der Nachsendeauftrag ist freiwillig und kostet Geld. Wie du die Ummeldung fristgerecht erledigst, liest du im Ratgeber Wohnsitz ummelden nach Umzug.
Nachsendeauftrag, Lagerservice und Aufbewahrung: die Unterschiede
Neben dem klassischen Nachsendeauftrag bietet die Deutsche Post weitere Dienste an, die oft verwechselt werden. Beim Lagerservice (auch Aufbewahrungsservice genannt) wird deine Post nicht weitergeleitet, sondern für einen begrenzten Zeitraum gesammelt und aufbewahrt, etwa wenn du im Urlaub oder vorübergehend abwesend bist. Das ist kein Umzugsdienst, sondern eine Pausenfunktion. Der Nachsendeauftrag dagegen leitet dauerhaft an eine feste neue Adresse um. Für einen Umzug ist also fast immer der Nachsendeauftrag die richtige Wahl, nicht der Lagerservice.
Eine weitere Abgrenzung betrifft die reine Adressänderung bei einzelnen Anbietern. Wenn du nur bei einem Online-Shop oder einer Bank deine Adresse änderst, betrifft das ausschließlich diesen einen Absender. Der Nachsendeauftrag hingegen wirkt absenderübergreifend: Er fängt alles ab, was über die Deutsche Post läuft, unabhängig davon, wer es verschickt hat. Genau das macht ihn beim Umzug so wertvoll.
Welche Laufzeiten gibt es: 6, 12 oder 24 Monate?
Die Deutsche Post bietet den Nachsendeauftrag in drei Laufzeiten an. Welche du wählst, hängt davon ab, wie schnell du erwartest, alle Absender umgestellt zu haben.
- 6 Monate: Die günstigste Variante. Sinnvoll, wenn du organisiert bist und davon ausgehst, deine Kontakte zügig zu aktualisieren. Reicht für die meisten Standard-Umzüge aus, kann aber knapp werden bei jährlich erscheinender Post.
- 12 Monate: Der beliebte Mittelweg. Damit fängst du auch Sendungen ab, die nur einmal im Jahr kommen, etwa Steuerbescheide oder Jahresabrechnungen. Eine sichere Wahl für die meisten.
- 24 Monate: Die längste Laufzeit. Ideal, wenn du viele Geschäftsbeziehungen hast, beruflich eingespannt bist oder einfach maximale Sicherheit willst. Pro Monat gerechnet oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.
Tipp: Wähle lieber eine etwas längere Laufzeit, als am Ende eine teure Verlängerung anstoßen oder Post verlieren zu müssen. Erfahrungsgemäß tauchen auch nach einem halben Jahr noch vergessene Absender auf.
Welche Laufzeit passt zu welcher Lebenssituation?
Die richtige Laufzeit hängt stark von deiner persönlichen Situation ab. Ein paar typische Fälle helfen bei der Entscheidung:
- Single mit überschaubarer Post und wenigen Verträgen: Hier reichen oft 6 Monate, weil du schnell den Überblick hast und die wenigen Absender zügig umstellst.
- Familie mit Kindern, mehreren Verträgen und Vereinen: 12 Monate sind sinnvoll, weil mehr Absender beteiligt sind und manche Post (Schule, Kindergeld, Versicherungen) nur sporadisch kommt.
- Selbstständige, Vermieter oder Menschen mit vielen Geschäftsbeziehungen: 24 Monate bieten die größte Sicherheit, weil hier auch seltene, aber wichtige Schreiben zuverlässig ankommen.
- Studierende oder Personen mit häufigem Wohnortwechsel: Eine kürzere Laufzeit kann genügen, dafür lieber rechtzeitig prüfen, ob ein erneuter Auftrag nötig wird.
Wenn du unsicher bist, gilt eine einfache Faustregel: Lieber eine Stufe länger wählen. Die Differenz im Preis ist meist gering, der Schutz vor verlorener Post dagegen erheblich.
Was kostet der Nachsendeauftrag: privat vs. gewerblich
Die Kosten richten sich nach zwei Faktoren: der Laufzeit und der Art des Umzugs (privat oder gewerblich). Je länger die Laufzeit, desto höher der Gesamtpreis, aber desto günstiger der Monatspreis. Gewerbliche Nachsendeaufträge sind grundsätzlich teurer als private, weil hier in der Regel mehr und unterschiedlich adressierte Post anfällt.
| Kriterium | Privat | Gewerblich |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Einzelpersonen, Familien, Haushalte | Firmen, Selbstständige, Vereine |
| Preisniveau | niedriger | höher |
| Laufzeiten | 6, 12, 24 Monate | 6, 12, 24 Monate |
| Empfänger | Personen mit gleichem Nachnamen/Haushalt | Firmenname und ggf. mehrere Personen |
Da die Post ihre Preise gelegentlich anpasst, nenne ich hier bewusst keine festen Beträge, die schnell veraltet wären. Den tagesaktuellen Preis siehst du transparent im Bestellprozess, sobald du Laufzeit und Umzugsart ausgewählt hast. Plane den Nachsendeauftrag fest in dein Umzugsbudget ein, so wie auch Kartons, Helfer oder das Umzugsunternehmen. Wie du an anderen Stellen sparst, zeigt der Ratgeber Umzugskosten sparen.
Übrigens: Manche Umzugskosten sind steuerlich absetzbar. Ob das auch für deinen Nachsendeauftrag gilt, hängt davon ab, ob dein Umzug beruflich veranlasst ist. Ist der Umzug beruflich bedingt, lassen sich Umzugskosten häufig als Werbungskosten geltend machen. Bei einem rein privaten Umzug ist das in der Regel nicht möglich. Hebe die Rechnung und die Auftragsbestätigung deshalb gut auf, damit du sie im Zweifel deinem Steuerberater oder dem Finanzamt vorlegen kannst. Konkrete steuerliche Fragen klärst du am besten individuell, da die Regeln vom Einzelfall abhängen.
Online oder in der Filiale: Wo ist es günstiger?
Ein häufig unterschätzter Punkt: Der Preis kann sich je nach Bestellweg unterscheiden. In vielen Fällen ist die Online-Bestellung günstiger als der Auftrag am Schalter, weil die Post den digitalen Weg bevorzugt und teilweise vergünstigt. Wer flexibel ist und einen Identitätsnachweis online erbringen kann, fährt mit der Internet-Bestellung meist besser. Die Filiale bleibt die richtige Wahl, wenn du persönliche Beratung brauchst oder kein passendes Zahlungsmittel für die Online-Bestellung hast.
Nachsendeauftrag online beantragen: Schritt für Schritt
Der schnellste und bequemste Weg führt über das Online-Portal der Deutschen Post. Du brauchst dafür weder einen Gang zur Filiale noch Papierformulare. So gehst du vor:
- Portal aufrufen: Öffne die offizielle Seite der Deutschen Post zum Nachsendeservice und starte die Bestellung.
- Umzugsart wählen: Gib an, ob es ein privater oder gewerblicher Umzug ist. Davon hängen Preis und abgefragte Daten ab.
- Laufzeit festlegen: Wähle zwischen 6, 12 oder 24 Monaten. Der Preis wird dir direkt angezeigt.
- Adressen eingeben: Trage deine alte und deine neue Adresse vollständig und korrekt ein. Schon ein Zahlendreher in der Hausnummer kann die Umleitung stören.
- Empfänger angeben: Nenne alle Personen, deren Post umgeleitet werden soll. Achte auf die korrekte Schreibweise der Namen.
- Startdatum wählen: Lege fest, ab wann die Nachsendung beginnen soll. Du kannst ein Datum in der Zukunft angeben, am besten passend zu deinem Umzugstermin.
- Identität bestätigen und bezahlen: Die Post verlangt einen Identitätsnachweis, etwa über ein Online-Verfahren. Anschließend bezahlst du bequem online.
- Bestätigung sichern: Du erhältst eine Auftragsnummer und eine Bestätigung. Bewahre beides auf, du brauchst es für spätere Änderungen oder Verlängerungen.
Alternativ kannst du den Nachsendeauftrag auch in einer Postfiliale mit dem Papierformular einrichten. Online ist jedoch meist günstiger und schneller. Wenn du ohnehin gerade alle Umzugsaufgaben abarbeitest, hake den Nachsendeauftrag zusammen mit den anderen Punkten ab. Eine vollständige Übersicht aller Schritte bietet die Umzugscheckliste.
Beispiel aus der Praxis: Familie Berger zieht um
Ein konkretes Beispiel macht das Vorgehen greifbar. Familie Berger zieht zum Monatsende um. Zwei Wochen vorher richtet Herr Berger online einen Nachsendeauftrag für 12 Monate ein. Als Startdatum wählt er den Tag, an dem die Familie die alte Wohnung verlässt. In den Auftrag nimmt er sich, seine Frau und die volljährige Tochter auf, alle mit demselben Nachnamen. Die Auftragsbestätigung speichert er als PDF und notiert sich die Auftragsnummer im Familienkalender. In den ersten Wochen nach dem Umzug aktualisiert er parallel die Adresse bei Bank, Arbeitgeber, Versicherung und den Streaming-Abos. So nutzt er die Nachsendung als Übergangslösung und nicht als Dauerzustand. Nach rund acht Monaten kommt kaum noch umgeleitete Post an, ein Zeichen, dass die aktive Umstellung gegriffen hat.
Fristen: Wann solltest du den Nachsendeauftrag einrichten?
Timing ist beim Nachsendeauftrag entscheidend. Die Deutsche Post empfiehlt, den Auftrag spätestens rund fünf Werktage vor dem gewünschten Startdatum zu beauftragen. So hat die Post genug Zeit, die Umleitung in ihren Systemen zu hinterlegen, bevor die ersten Sendungen an die alte Adresse gehen.
Praktisch heißt das: Kümmere dich nicht erst am Umzugstag darum, sondern ein bis zwei Wochen vorher. Setze den Starttermin auf den Tag, an dem du tatsächlich nicht mehr an der alten Adresse erreichbar bist. Liegt zwischen Auszug und Einzug ein zeitlicher Abstand, orientiere dich am Datum, ab dem du die alte Wohnung verlässt.
Beachte rund um Feiertage und Brückentage zusätzlichen Puffer. Wenn dein Umzug auf eine Phase mit vielen geschlossenen Tagen fällt, beauftrage lieber ein paar Tage früher. Lieber ein paar Tage zu früh als eine Woche zu spät, denn Post, die einmal an der alten Adresse gelandet ist, kann nicht rückwirkend umgeleitet werden.
Zeitplan: Was wann zu erledigen ist
Damit nichts untergeht, hilft ein grober Zeitplan rund um den Umzug:
- 4 bis 6 Wochen vorher: Überlege, welche Laufzeit zu dir passt, und erstelle eine Liste aller Empfänger, deren Post umgeleitet werden soll.
- 2 Wochen vorher: Richte den Nachsendeauftrag online ein und wähle das Startdatum passend zum Umzugstermin.
- Umzugswoche: Prüfe in der Bestätigung noch einmal das Startdatum und die Adressen.
- Erste Wochen danach: Beginne, aktiv alle wichtigen Absender umzustellen, und kontrolliere, ob umgeleitete Post ankommt.
- Etwa 4 bis 6 Wochen vor Ablauf: Entscheide, ob eine Verlängerung nötig ist.
Was wird nachgesendet und was nicht?
Das ist eine der wichtigsten Fragen, weil viele Menschen falsche Erwartungen haben. Der Nachsendeauftrag deckt nicht alles ab.
| Wird nachgesendet | Wird NICHT nachgesendet |
|---|---|
| Adressierte Briefe (Standard, Einschreiben*) | Unadressierte Werbung und Prospekte |
| Postkarten | Postwurfsendungen ohne Empfängernamen |
| DHL-Pakete | Pakete von Hermes, GLS, DPD, UPS, FedEx |
| Adressierte Kataloge und Magazine | Sendungen mit ausgeschlossenen Optionen |
| Behördenpost (Standardzustellung) | Förmliche Zustellungen mit eigenen Regeln |
*Einschreiben und besondere Versandformen können Sonderregeln unterliegen.
Der wichtigste Merksatz: Nur was über die Deutsche Post bzw. DHL läuft, wird umgeleitet. Bestellst du regelmäßig über Shops, die mit Hermes oder DPD versenden, musst du dort die Adresse selbst ändern. Genauso erreichen dich Prospekte und Wurfsendungen weiterhin nicht, was meist sogar angenehm ist.
Verlass dich deshalb nie ausschließlich auf die Nachsendung. Nutze die Laufzeit, um aktiv alle wichtigen Stellen umzustellen: Arbeitgeber, Bank, Versicherungen, Krankenkasse, Vereine, Abos. Auch dein Rundfunkbeitrag muss gemeldet werden, dazu hilft dir der Ratgeber GEZ ummelden beim Umzug. Strom, Gas und Internet regelst du separat.
Checkliste: Diese Absender solltest du aktiv umstellen
Die Nachsendung verschafft dir Zeit, ersetzt aber nicht die eigentliche Adressänderung. Diese Stellen solltest du während der Laufzeit selbst informieren:
- Arbeitgeber und Lohnbuchhaltung
- Bank, Sparkasse und Kreditinstitute
- Krankenversicherung und private Versicherungen
- Finanzamt und zuständige Behörden
- Kfz-Zulassungsstelle und Kfz-Versicherung
- Strom-, Gas- und Wasserversorger
- Internet-, Telefon- und Mobilfunkanbieter
- Vereine, Abonnements und Mitgliedschaften
- Online-Shops und Lieferdienste
- Ärzte, Apotheken und ähnliche Dienstleister
Diese Liste lässt sich gut mit dem Umzug verbinden. Während der Profi sich um den Transport kümmert, kannst du die Adressänderungen Schritt für Schritt abarbeiten.
Förmliche Zustellungen und sensible Post
Ein besonders wichtiger Punkt betrifft förmliche Zustellungen. Behördenbriefe mit Zustellungsurkunde, etwa bestimmte amtliche Bescheide, unterliegen eigenen Regeln und werden nicht zwingend wie normale Briefe behandelt. Hier kann es entscheidend sein, dass die Adresse direkt bei der Behörde korrekt hinterlegt ist. Verlass dich bei rechtlich relevanter Post niemals allein auf die Nachsendung, sondern melde deine neue Anschrift aktiv und nachweisbar. Das gilt auch für Bank- und Versicherungspost, bei der Fristen eine Rolle spielen können.
Nachsendeauftrag verlängern, ändern oder kündigen
Deine Situation kann sich ändern, und der Nachsendeauftrag ist flexibel anpassbar.
Verlängern: Läuft dein Auftrag bald aus, du brauchst aber noch mehr Zeit? Dann verlängere ihn rechtzeitig vor dem Ablaufdatum. Online geht das mit deiner Auftragsnummer in wenigen Minuten. Achte darauf, keine Lücke entstehen zu lassen, denn Post, die in der Pause an die alte Adresse geht, ist nicht umzuleiten.
Ändern: Hat sich deine neue Adresse erneut geändert, etwa weil du innerhalb der Laufzeit noch einmal umgezogen bist, kannst du die Zieladresse anpassen. Auch das Hinzufügen oder Entfernen von Empfängern ist je nach Auftrag möglich. Nutze dafür das Post-Portal oder den Kundenservice.
Kündigen bzw. vorzeitig beenden: Brauchst du den Service nicht mehr, kannst du ihn vorzeitig beenden. Beachte aber, dass eine bereits gezahlte Gebühr in der Regel nicht anteilig zurückerstattet wird. Eine Kündigung lohnt sich daher meist nur, wenn ohnehin keine Post mehr zu erwarten ist.
Für all diese Vorgänge gilt: Halte deine Auftragsnummer und die Bestätigungsmail bereit. Damit identifizierst du dich schnell und vermeidest Rückfragen.
Häufige Fehler vermeiden: Auch wenn der Service einfach klingt, gibt es typische Stolperfallen. Wer sie kennt, spart sich Ärger und verlorene Post.
- Zu spät beauftragt: Der häufigste Fehler. Plane den Auftrag rechtzeitig vor dem Umzug und nicht erst danach.
- Falsche Adresse eingegeben: Ein Tippfehler bei Straße, Hausnummer oder PLZ kann die Umleitung verhindern. Prüfe alle Angaben doppelt.
- Empfänger vergessen: Denke an alle Haushaltsmitglieder. Post für nicht genannte Personen wird nicht umgeleitet.
- Auf Nachsendung allein verlassen: Die Laufzeit ist begrenzt. Nutze sie, um aktiv umzumelden, statt sie als Dauerlösung zu betrachten.
- Laufzeit zu kurz gewählt: Eine nachträgliche Verlängerung ist teurer und umständlicher, als gleich die passende Laufzeit zu nehmen.
- Andere Paketdienste ignoriert: Bestellungen bei Hermes, DPD und Co. musst du selbst umstellen.
Wenn du diese Punkte beachtest, läuft die Postumleitung zuverlässig. Plane den Nachsendeauftrag am besten gemeinsam mit dem gesamten Umzug. Brauchst du noch Unterstützung beim Transport, hol dir ein kostenloses Umzugsangebot und konzentriere dich entspannt auf die Formalitäten.
Sonderfälle: WG, Untermiete und Auslandsumzug
Nicht jeder Umzug ist ein einfacher Haushaltswechsel. In einigen Konstellationen gibt es Besonderheiten, die du kennen solltest.
WG und mehrere Nachnamen: In einer Wohngemeinschaft tragen die Bewohner meist unterschiedliche Nachnamen. Ein gemeinsamer Privatauftrag deckt in der Regel nur Personen mit gleichem Nachnamen oder Haushalt ab. Ziehen mehrere WG-Mitglieder mit verschiedenen Namen um, sind oft getrennte Aufträge nötig. Prüfe das im Bestellprozess genau, damit niemandes Post durchrutscht.
Untermiete und Zwischenstationen: Wer nur für eine kurze Zeit irgendwo wohnt oder eine Zwischenstation einlegt, sollte das Startdatum sorgfältig wählen. Bei mehreren Stationen kann es sinnvoller sein, die Adresse direkt bei den wichtigsten Absendern zu pflegen, statt mehrfach umzuleiten.
Auslandsumzug: Ziehst du ins Ausland, gibt es einen internationalen Nachsendeservice. Die Laufzeiten, Preise und Bearbeitungszeiten unterscheiden sich vom Inlandsauftrag, und die Zustellung dauert länger. Plane hier mehr Vorlauf ein und informiere dich gezielt über die Konditionen für dein Zielland. Gerade bei einem Auslandsumzug lohnt es sich besonders, die wichtigsten Verträge ohnehin frühzeitig umzustellen.
Profi-Tipps für eine reibungslose Postumleitung
Zum Abschluss noch ein paar Tipps aus der Praxis, die über das Pflichtprogramm hinausgehen:
- Erstelle eine schriftliche Absenderliste, bevor du den Auftrag startest. So siehst du auf einen Blick, wen du noch umstellen musst, und nutzt die Laufzeit gezielt.
- Hinterlege bei DHL zusätzlich kostenlose Optionen wie die Wunschadresse, um Pakete dauerhaft zu steuern, unabhängig vom Nachsendeauftrag.
- Bringe ein deutlich beschriftetes Namensschild an Klingel und Briefkasten der neuen Wohnung an. Ohne korrektes Schild kann auch umgeleitete Post nicht zugestellt werden.
- Bitte die neuen Bewohner deiner alten Wohnung freundlich, fehlgeleitete Post zurückzulegen oder dir Bescheid zu geben. Das ist kein Ersatz für die Nachsendung, aber ein nützliches Sicherheitsnetz.
- Notiere dir das Ablaufdatum des Auftrags im Kalender, damit eine eventuelle Verlängerung nicht in Vergessenheit gerät.
- Dokumentiere wichtige Adressänderungen, etwa per E-Mail-Bestätigung, damit du im Streitfall einen Nachweis hast.
Fazit: Mit dem Nachsendeauftrag verlierst du keine Post
Der Nachsendeauftrag ist ein kleiner Aufwand mit großer Wirkung. Für eine überschaubare Gebühr stellst du sicher, dass keine wichtige Sendung an der alten Adresse verloren geht, während du nach und nach alle Absender aktualisierst. Wähle eine ausreichend lange Laufzeit (12 Monate sind für die meisten ideal), beantrage rechtzeitig vor dem Umzug, gib alle Empfänger korrekt an und verlass dich nicht allein auf die Umleitung. Kombiniere den Nachsendeauftrag mit der Ummeldung und einer guten Checkliste, dann startest du sorgenfrei in dein neues Zuhause.






