Internationale Umzüge 13 Min. Lesezeit

Umzug nach USA 2026: Visum, Kosten & Zoll

Umzug nach USA planen: Visum, Greencard, Container-Verschiffung, Zollvorschriften & Kosten kompakt erklärt. Jetzt Angebot anfragen!

DM
David Müller
· Aktualisiert 22. Juni 2026

Umzug nach USA: Was dich wirklich erwartet #

Einen Umzug in die USA zu planen ist eines der aufwendigsten Vorhaben, das du als Auswanderer stemmen kannst. Zwischen Visumantrag, Containerlogistik, US-Zollbehörde, Sozialversicherungsnummer und einer völlig anderen Krankenversicherungslandschaft liegen Monate der Vorbereitung. Dieser Ratgeber führt dich strukturiert durch alle wichtigen Etappen – von den ersten Behördengängen in Deutschland bis zur Ankunft in deinem neuen Zuhause in den Vereinigten Staaten.

Falls du vorab einen ersten Eindruck über die zu erwartenden Kosten bekommen möchtest, ist unser Umzugskostenrechner ein guter Ausgangspunkt, um Größenordnungen zu verstehen. Für ein individuelles Angebot von erfahrenen Internationaltransport-Spediteuren kannst du direkt eine Anfrage stellen.


Visum und rechtliche Voraussetzungen: Ohne den richtigen Status geht nichts #

Bevor der erste Karton gepackt wird, steht die Grundfrage: Mit welchem Aufenthaltstitel ziehst du in die USA? Die US-Einwanderungsbehörde USCIS (U.S. Citizenship and Immigration Services) unterscheidet strikt zwischen Nichtimmigrantenvisa (temporär) und Immigrantenvisa (dauerhaft). Für einen echten Umzug, bei dem du deinen Lebensmittelpunkt in die USA verlegst, brauchst du zwingend ein Immigrantenvisum oder eine Greencard.

Die wichtigsten Visakategorien im Überblick:

  • Familienbasierte Immigrantenvisa (IR/F-Visa): Bist du mit einem US-Staatsbürger verheiratet oder hast enge US-amerikanische Verwandte, die deine Einwanderung sponsern können, ist der Familiennachzug oft der direkteste Weg. Ein unmittelbarer Verwandter eines US-Bürgers (Ehepartner, unverheiratetes Kind unter 21, Elternteil) erhält ein sogenanntes Immediate Relative Visa (IR) ohne Warteliste.

  • Beschäftigungsbasierte Visa (EB-Visa) und Nichtimmigrantenvisa für Arbeit: Wer ein US-Jobangebot hat, kann über seinen Arbeitgeber ein Arbeitsvisum beantragen. Das H-1B-Visum ist das bekannteste für hochqualifizierte Fachkräfte, unterliegt aber einer jährlichen Quotierung (Lottery-Verfahren). Das L-1-Visum gilt für unternehmensinterne Transfers, das O-1 für Personen mit außerordentlichen Fähigkeiten. Diese Nichtimmigrantenvisa erlauben zwar den längerfristigen Aufenthalt, stellen aber zunächst keine dauerhafte Einwanderung sicher.

  • Diversity Visa Lottery (DV-Programm): Jedes Jahr verlost die US-Regierung rund 55.000 Greencards an Bewerber aus Ländern mit historisch niedrigen Einwanderungszahlen in die USA. Deutsche Staatsbürger waren in der Vergangenheit häufig nicht teilnahmeberechtigt, weil Deutschland die Teilnahmekriterien nicht erfüllte – das kann sich jedoch ändern. Prüfe jedes Jahr im Herbst auf dvlottery.state.gov, ob Deutschland für das jeweilige DV-Programm zugelassen ist.

  • Investorvisum EB-5: Wer mindestens 800.000 bis 1.050.000 US-Dollar in ein US-Unternehmen investiert und dabei Arbeitsplätze schafft, kann über das EB-5-Programm eine Greencard erhalten. Dieses Verfahren ist aufwendig und teuer, aber ein möglicher Weg für vermögende Auswanderer.

Wichtig: Ein Touristen- oder Besuchsvisum (B-1/B-2) berechtigt dich ausdrücklich nicht dazu, dauerhaft in die USA zu ziehen oder Umzugsgut zollfrei einzuführen. Die US-Zollbehörde CBP (Customs and Border Protection) schaut sehr genau hin, mit welchem Visum du einreist und was du einführst. Plane den Visumsprozess frühzeitig – er kann Monate bis Jahre dauern, je nach Kategorie und individueller Situation.


Abmeldung in Deutschland und Behördenmarathon vor der Abreise #

Parallel zum US-Visumverfahren läuft in Deutschland ein Pflichtprogramm durch mehrere Ämter und Institutionen:

Einwohnermeldeamt: Du meldest dich offiziell ins Ausland ab. Das ist frühestens eine Woche vor dem tatsächlichen Auszugsdatum möglich. Die Abmeldebestätigung brauchst du als Nachweis für weitere Kündigungen und für das Finanzamt.

Finanzamt: Deine steuerliche Ansässigkeit in Deutschland endet mit dem Wegzug. Das Finanzamt stellt eine sogenannte Wegzugsbesteuerung fest, wenn du wesentliche Beteiligungen an Kapitalgesellschaften hältst (§ 6 AStG). Auch wenn das für die meisten Privatpersonen ohne größere Unternehmensanteile kaum relevant ist, solltest du mit einem Steuerberater sprechen, der Erfahrung mit Auslandsumzügen hat.

Krankenversicherung: Deine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) endet mit dem Wegzug ins Nicht-EU-Ausland. Kündige fristgerecht und stelle sicher, dass du ab dem ersten Tag in den USA versichert bist (mehr dazu im Abschnitt Krankenversicherung).

Rentenversicherung: Du verlierst durch einen Wegzug in die USA nicht deine bisher angesammelten deutschen Rentenanwartschaften. Es gibt ein Sozialversicherungsabkommen zwischen Deutschland und den USA, das Doppelverbeitragung verhindert und Zeiten gegenseitig anrechnen kann. Informiere dich bei der Deutschen Rentenversicherung über deine Optionen.

Rundfunkbeitrag (GEZ): Melde dein Beitragskonto beim ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice ab, sobald du deinen Hauptwohnsitz aufgibst.

Bankkonten: Deutsche Bankkonten kannst du oft behalten, solange deine Adresse in den USA gemeldet ist – je nach Bank und Kontomodell gibt es aber Einschränkungen. Viele Auswanderer nutzen eine Kombination aus deutschem Konto (für verbleibende Verpflichtungen) und US-Konto. Die Eröffnung eines US-Bankkontos ist vor Ort in den USA einfacher, manche Direktbanken oder FinTechs ermöglichen aber schon vor Einreise eine Kontoeröffnung.


Container-Verschiffung: So transportierst du deinen Hausrat in die USA #

Der Transport deines Hausrats ist logistisch die aufwendigste Komponente des Umzugs. Für die USA gibt es im Wesentlichen zwei Optionen:

Komplettcontainer (FCL – Full Container Load) #

Hast du genug Umzugsgut, um einen 20-Fuß-Container (ca. 25–33 Kubikmeter Nutzvolumen) oder einen 40-Fuß-Container (ca. 55–67 Kubikmeter) zu füllen, ist der Komplettcontainer in der Regel die wirtschaftlichste und sicherste Lösung. Dein Gut wird in einem Zug verpackt, verladen und verschifft. Abholung von deiner Haustür, Transport zum Hafen (Hamburg, Bremen/Bremerhaven sind die wichtigsten deutschen Ausfuhrhäfen für Nordamerika), Verschiffung, US-Hafeneingang, Zollabfertigung und Zustellung bis zur Haustür in den USA – der gesamte Prozess dauert bei einem Ostküstenziel (New York, Baltimore, Norfolk) etwa 4 bis 6 Wochen. Für die Westküste (Los Angeles, Seattle) rechne mit 6 bis 8 Wochen.

Sammelgut (LCL – Less than Container Load) #

Hast du weniger Volumen – zum Beispiel nur einige Möbel und Kartons aus einer kleinen Wohnung – kann Sammelgut günstiger sein. Dein Gut wird mit anderen Sendungen in einem Container zusammengefasst. Das Risiko: mehr Umschlagsvorgänge, etwas längere Lieferzeiten und im Schadensfall ist die Zuordnung aufwendiger. Für Mengen unter 10–12 Kubikmetern ist LCL aber oft sinnvoll.

Luftfracht #

Für eilige oder wertvolle Gegenstände ist Luftfracht möglich, aber sehr teuer. Pro Kilogramm zahlst du ein Vielfaches der Seefracht. Sinnvoll ist Luftfracht für Dokumente, persönliche Wertgegenstände oder dringende Artikel, die du in den ersten Wochen in den USA brauchst, bevor der Container ankommt.

Anbieterauswahl: Hole mindestens drei Vergleichsangebote von auf Überseeumzüge spezialisierten Spediteuren ein. Achte darauf, dass der Anbieter Mitglied in einem internationalen Branchenverband (z. B. FIDI, IAM) ist – das bietet eine gewisse Qualitätssicherung. Stelle sicher, dass das Angebot alle Kostenpositionen enthält: Verpackung, Zollabwicklung, Hafengebühren (Origin und Destination), Zustellung und eventuelle Lagerung.


US-Zoll: Das musst du bei der Einfuhr beachten #

Die US-Zollbehörde CBP (Customs and Border Protection) reguliert, was eingeführt werden darf und unter welchen Bedingungen Zollfreiheit gilt. Für Umzugsgut (Household Effects) gilt: Wer legal dauerhaft in die USA einwandert, kann seinen persönlichen Hausrat grundsätzlich zollfrei einführen.

Voraussetzungen für die Zollfreiheit:

  1. Du musst einen Immigrantenstatus besitzen (Greencard oder gültiges Immigrantenvisum).
  2. Die Gegenstände müssen dir seit mindestens einem Jahr gehören und nachweislich von dir genutzt worden sein (nicht neu, nicht ungeöffnet).
  3. Du führst die Gegenstände im Zusammenhang mit deinem Umzug ein, nicht zum Weiterverkauf.

Pflichtdokumente für die CBP-Zollabwicklung:

  • Formular CBP Form 3299 (“Declaration for Free Entry of Unaccompanied Articles”) – dein Spediteur hilft dir dabei.
  • Detailliertes Inventar aller Gegenstände mit Schätzwerten (auf Englisch).
  • Kopie deines Reisepasses und deines Visums/Greencard.
  • Einreisestempel (I-94 Record, abrufbar unter cbp.gov/i94).

Verbotene und beschränkte Einfuhren: Die USA haben umfangreiche Verbotslisten. Besonders relevant für Umzüge: bestimmte Lebensmittel (frische Früchte, Fleisch, Pflanzen), Erde, Holzartikel aus geschützten Hölzern, Waffen (sehr strenge Regulierung je nach Bundesstaat), Medikamente (Verschreibungspflicht beachten) und natürlich Drogen. Alkohol ist bis zu einem Liter zollfrei; darüber hinaus fallen Abgaben an. Lass dich von deinem Spediteur beraten und deklariere im Zweifelsfall lieber zu viel als zu wenig – falsche Zollerklärungen können ernste rechtliche Konsequenzen haben.

Fahrzeuge: Die Einfuhr eines deutschen Autos in die USA ist möglich, aber bürokratisch aufwendig. Das Fahrzeug muss US-Sicherheits- und Emissionsstandards (EPA und DOT) erfüllen oder entsprechend umgebaut werden. Für die meisten älteren Fahrzeuge übersteigen die Umbaukosten den Fahrzeugwert. Überlege gut, ob sich der Transport lohnt.


Kosten eines Umzugs nach USA: Was du einplanen musst #

Die Gesamtkosten eines transatlantischen Umzugs sind erheblich und hängen von vielen Faktoren ab. Hier eine realistische Kostenstruktur:

Transportkosten (Seefracht + Dienstleistungen):

  • Kleiner Hausrat (1-Zimmer-Wohnung, LCL): 2.500 – 5.000 Euro
  • Mittlerer Hausrat (3-Zimmer, 20-Fuß-Container): 5.000 – 9.000 Euro
  • Großer Hausrat (4–5 Zimmer, 40-Fuß-Container): 8.000 – 15.000 Euro

Diese Spannen sind als Richtwerte zu verstehen. Saisons, aktuelle Frachtratenmärkte, Zielhafen und Zusatzleistungen (Verpackung durch den Spediteur, Einlagerung, Etagenzuschläge) beeinflussen den Preis stark. Die Zollabwicklung in den USA kostet zusätzlich je nach Dienstleister 300 bis 800 US-Dollar.

Weitere Kosten, die du einplanen solltest:

  • Visum und USCIS-Gebühren: Je nach Visakategorie zwischen einigen Hundert und mehreren Tausend Dollar
  • Reisekosten (Flüge für die Familie): Erheblich, je nach Anzahl Personen
  • Überbrückungsversicherung (international): 200 – 800 Euro für einige Monate
  • Erste Miete + Kaution in den USA: Häufig 2–3 Monatsmieten im Voraus
  • Auto kaufen oder leasen in den USA: Ab ca. 10.000 US-Dollar (Gebrauchtwagen)
  • Lebenshaltungskosten bis zum ersten Gehalt: Mehrere Tausend Dollar Reserve einplanen

Nutze unseren Umzugskostenrechner, um die Transportkosten für dein spezifisches Volumen vorab einzuschätzen.


Sozialversicherungsnummer (SSN): Deine wichtigste US-Behördennummer #

Die Social Security Number (SSN) ist in den USA das zentrale Identifikationsmerkmal – vergleichbar mit der deutschen Steuer-ID, aber noch vielseitiger eingesetzt. Du brauchst sie für:

  • Arbeitsverträge und Lohnabrechnung
  • Eröffnung von Bankkonten
  • Kredithistorie aufbauen (Credit Score)
  • Steuererklärung (IRS)
  • Manche Wohnungsvermietungen
  • Führerschein in vielen Bundesstaaten

Wie du die SSN beantragst: Seit Änderungen der USCIS-Prozesse beantragst du die SSN in der Regel nicht mehr zusammen mit deinem Visum, sondern nach der Einreise direkt bei der Social Security Administration (SSA). Du gehst persönlich zu einem SSA-Büro (ssa.gov/locator), bringst deinen Reisepass, dein Visum und deinen I-94-Einreisestempel mit und füllst das Formular SS-5 aus. Die SSN-Karte kommt dann binnen 2 bis 4 Wochen per Post. Warte nach der Einreise mindestens 10 Tage, bevor du den Antrag stellst – die US-Systeme brauchen etwas Zeit, um deinen Einreisestatus zu synchronisieren.

Falls du keine SSN, aber einen US-Steuerpflichtstatus hast (z. B. durch Kapitalerträge), kannst du alternativ eine ITIN (Individual Taxpayer Identification Number) beim IRS beantragen.


Krankenversicherung in den USA: Lücken unbedingt vermeiden #

Das US-amerikanische Gesundheitssystem unterscheidet sich fundamental von der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung. Es gibt keine automatische Pflichtversicherung für alle Einwohner. Als Einwanderer musst du dich aktiv um Versicherungsschutz kümmern – und das ab dem ersten Tag.

Möglichkeiten für Einwanderer:

  • Arbeitgeber-Gruppenversicherung: Viele US-Arbeitgeber bieten Krankenversicherungen als Teil des Beschäftigungspakets an. Der Arbeitgeber zahlt oft einen Anteil der Prämie. Diese Versicherungen sind meistens umfangreich, aber mit Selbstbeteiligungen (Deductibles und Copays) verbunden.

  • Marketplace-Pläne (ACA/Obamacare): Über healthcare.gov kannst du als rechtmäßiger Einwanderer Krankenversicherungspläne kaufen. Je nach Einkommen gibt es Steuergutschriften (Premium Tax Credits), die die Prämie reduzieren.

  • Medicaid: Greencard-Inhaber können nach einer Wartefrist von in der Regel fünf Jahren Medicaid (staatliche Gesundheitsfürsorge für Einkommensschwache) beantragen. In manchen Bundesstaaten gibt es Ausnahmen für bestimmte Gruppen.

  • Internationale Überbrückungsversicherung: Für die Zeit zwischen Abmeldung in Deutschland und Beginn einer US-Versicherung brauchst du eine internationale Krankenversicherung. Spezialversicherer für Expatriates und Auswanderer bieten Jahrespläne mit weltweitem Schutz an.

Kosten: Für eine Familie mit zwei Erwachsenen und einem Kind können die monatlichen Prämien für einen mittleren Marketplace-Plan (Silver) schnell 800 bis 1.500 US-Dollar betragen. Mit Arbeitgeberzuschuss ist es günstiger. Denke daran, dass die USA für Gesundheitskosten ohne Versicherung schnell existenzbedrohende Beträge produzieren – eine einzige Nacht im Krankenhaus kann zehntausende Dollar kosten.


Führerschein, Auto und Alltagsleben in den USA #

Wenn du in den USA angekommen bist, warten noch einige praktische To-dos:

Driver’s License: Melde dich beim DMV (Department of Motor Vehicles) deines Bundesstaates an und beantrage einen lokalen Führerschein. Die meisten Bundesstaaten akzeptieren deinen deutschen Führerschein für einen begrenzten Zeitraum (30–90 Tage nach Anmeldung), danach musst du eine schriftliche Prüfung (Written Test) und möglicherweise eine Fahrprüfung ablegen. Mit einer deutschen Fahrerlaubnis bist du oft von der Fahrprüfung befreit, nicht aber vom Theorietest.

Kfz: Öffentlicher Nahverkehr ist außerhalb einiger Großstädte (New York, Chicago, San Francisco) in den USA sehr eingeschränkt. Ein eigenes Auto ist in den meisten Regionen unverzichtbar. Für neue Einwanderer ohne US-Kredithistorie kann es schwieriger sein, einen günstigen Kredit oder ein Leasing zu bekommen – schaue nach Angeboten für Newcomer oder beginne mit einem Barkauf.

Wohnen: Je nach Bundesstaat und Stadt ist der Miet- oder Kaufmarkt sehr unterschiedlich. Vermieter verlangen oft einen US-Kredit-Score, Gehaltsbelege und Referenzen. Als Neuankömmling empfiehlt sich zunächst eine kurzfristige Unterkunft (Extended Stay Hotel, Furnished Apartment), bis du dich orientiert hast.

Steuern: Das US-Steuersystem unterscheidet sich erheblich vom deutschen. Besonderheit: Als US-Greencard-Inhaber oder Staatsbürger bist du weltweit steuerpflichtig, auch wenn du im Ausland Einkünfte erzielst. Informiere dich bei einem Steuerberater mit Kenntnissen in beiden Steuersystemen.


Checkliste: Die wichtigsten Schritte vor und nach dem Umzug #

Eine strukturierte Vorbereitung ist der Schlüssel zu einem reibungslosen Transatlantik-Umzug. Hier die wichtigsten Meilensteine in chronologischer Reihenfolge:

12–18 Monate vor dem Umzug:

  • Visumsberatung bei einem auf Einwanderungsrecht spezialisierten Anwalt
  • Prüfen, ob Stelle/Sponsor vorhanden ist oder ob alternatives Visa-Verfahren gilt
  • Erste Kontaktaufnahme mit internationalen Spediteuren für Kostenvoranschläge

6–12 Monate vorher:

  • Visumsantrag stellen (Zeitrahmen je nach Kategorie sehr unterschiedlich)
  • Hausrat sortieren: Was kommt mit, was wird verkauft/verschenkt/entsorgt?
  • US-Wohnungssuche beginnen (über Plattformen wie Zillow, Apartments.com)

3–6 Monate vorher:

  • Spediteur beauftragen, Containertermin buchen
  • Abmeldung beim Einwohnermeldeamt vorbereiten
  • Krankenversicherung kündigen, Überbrückungsversicherung abschließen
  • Konten und Verträge in Deutschland kündigen

1–3 Monate vorher:

  • Dokumente apostillieren lassen (Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Zeugnisse)
  • Bankkonten klären, ggf. TransferWise/Wise-Konto für Währungsumtausch einrichten
  • Alle wichtigen Dokumente digital sichern (Cloud-Backup)

Nach der Einreise:

  • SSN bei der SSA beantragen (nach ca. 10 Tagen)
  • Driver’s License beim DMV beantragen
  • US-Bankkonto eröffnen
  • Krankenversicherung abschließen oder Arbeitgeber-Versicherung wählen
  • Steuerberater für US-Steuern konsultieren

Eine ausführlichere Schritt-für-Schritt-Planung findest du in unserer Umzug Checkliste, die sich auch auf internationale Vorhaben anwenden lässt.


Was du bei anderen internationalen Umzügen beachten solltest #

Der Umzug in die USA ist komplex, aber nicht der einzige beliebte Auswanderungsweg für Deutsche. Wenn du auch andere Ziele in Betracht ziehst oder dich mit den Unterschieden zu anderen internationalen Umzügen beschäftigst, findest du auf unserem Portal weitere Ratgeber zu internationalen Umzügen. Allen gemeinsam ist: Frühzeitige Planung, professionelle Spediteure und rechtliche Beratung vor Ort sind entscheidend.

Kosten lassen sich bei einem so aufwendigen Vorhaben gut optimieren, wenn man rechtzeitig vergleicht, das Hausratvolumen reduziert und Nebenkosten im Blick behält. Tipps dazu gibt es in unserem Ratgeber Umzugskosten sparen.


Fazit: Mit guter Planung gelingt der Umzug in die USA #

Ein Umzug nach USA ist kein spontanes Abenteuer – er ist ein Projekt, das du am besten 12 bis 24 Monate im Voraus beginnst zu planen. Das Visumverfahren allein kann viele Monate in Anspruch nehmen. Die Containerlogistik, die US-Zollabwicklung, die Behördengänge auf beiden Seiten des Atlantiks und der Aufbau eines neuen Alltags in einem völlig anderen System erfordern Zeit, Geld und Geduld.

Umso wichtiger ist es, auf erfahrene Partner zu setzen: einen auf US-Einwanderungsrecht spezialisierten Anwalt, einen FIDI-zertifizierten internationalen Spediteur und im Idealfall einen deutsch-amerikanischen Steuerberater. Wenn diese Basis steht, ist der Umzug in die USA tatsächlich machbar – und für viele eine der lohnendsten Entscheidungen ihres Lebens.

Wenn du jetzt konkrete Angebote für deinen Überseeumzug vergleichen möchtest, stelle einfach eine kostenlose Anfrage – wir verbinden dich mit erfahrenen Spediteuren für internationale Transporte.

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David Müller Verifiziert

Umzugsexperte & Gründer von Sparschwein Umzug

David vermittelt seit über 10 Jahren Umzüge in ganz Deutschland. Sein Team hat tausende Umzüge begleitet und weiß, worauf es bei Planung, Kosten und Qualität ankommt.

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FAQ

Häufige Fragen: Umzug nach USA 2026: Visum, Kosten & Zoll

Die wichtigsten Fragen — kurz und kompetent beantwortet.

Die Überfahrt eines 20- oder 40-Fuß-Containers von einem deutschen Nordseehafen (Hamburg, Bremen) in einen US-Ostküstenhafen wie New York oder Baltimore dauert in der Regel 12 bis 18 Tage. Hinzu kommen etwa 5 bis 10 Arbeitstage für die US-Zollabfertigung (CBP-Freigabe). Rechne also mit mindestens 4 bis 6 Wochen von der Verladung bis zur Zustellung an deiner neuen Adresse in den USA.

Als Neueinwanderer kannst du dein persönliches Umzugsgut ("Household Effects") grundsätzlich zollfrei einführen, wenn du die Gegenstände nachweislich mindestens ein Jahr lang besessen und genutzt hast und du deinen Wohnsitz dauerhaft in die USA verlagerst. Neue, ungeöffnete Waren oder Alkohol können dagegen zollpflichtig sein. Ein detailliertes, unterschriebenes Inventar (Form 3299) ist Pflicht. Lass dich von deinem Spediteur zu den aktuellen CBP-Vorschriften beraten.

Nein, nicht zwingend. Es gibt verschiedene Visa-Kategorien für einen längerfristigen Aufenthalt: Arbeitsvisa (H-1B, L-1, O-1), Familiennachzug (IR-Visa), Investorenvisa (EB-5) oder das Diversity Visa Lottery Programm. Die Greencard (permanente Aufenthaltsgenehmigung) ist das Ziel vieler Einwanderer, aber kein Startpunkt. Für den physischen Umzug und die Zolleinfuhr reicht ein gültiges Immigrantenvisum oder eine Greencard; mit einem Touristenvisum (B-2) darfst du kein dauerhaftes Umzugsgut einführen.

Die Kosten hängen stark vom Volumen deines Hausrats und der Zieladresse ab. Ein 20-Fuß-Container (ca. 25–30 Kubikmeter) von Hamburg nach New York kostet je nach Saison zwischen 3.000 und 6.000 Euro rein für die Seefracht. Mit Verpackung, Abholung, Einlagerung, Zollabfertigung und Lieferung an die US-Haustür kannst du für einen durchschnittlichen 3-Zimmer-Hausrat Gesamtkosten von 5.000 bis 12.000 Euro einkalkulieren. Hol dir mindestens drei Vergleichsangebote ein.

Die Social Security Number beantragst du bei der US Social Security Administration (SSA). Seit 2023 ist es in der Regel nicht mehr möglich, die SSN bereits im Ausland mit dem Einwanderungsantrag zu beantragen. Du musst nach deiner Ankunft persönlich ein SSA-Office aufsuchen und dein Visum, deinen Reisepass sowie deinen Einreisestempel (I-94) vorlegen. Du erhältst deine SSN-Karte üblicherweise innerhalb von 2 bis 4 Wochen per Post.

Ja, du solltest dich bei deinem deutschen Einwohnermeldeamt offiziell ins Ausland abmelden. Das vermeidet unnötige Steuerpflichten und Meldepflichten in Deutschland. Die Abmeldung ist frühestens eine Woche vor dem tatsächlichen Auszug möglich. Außerdem solltest du deine Krankenversicherung, Rentenversicherung, GEZ (Rundfunkbeitrag) und eventuelle Bankkonten kündigen oder auf US-Verhältnisse umstellen. Vergiss nicht, das Finanzamt über deinen Wegzug zu informieren.

Die USA haben kein gesetzliches Krankenkassensystem wie Deutschland. Als Einwanderer bist du auf private Krankenversicherungen angewiesen. Viele Arbeitgeber bieten Gruppenversicherungen an. Über den US-Gesundheitsmarktplatz (healthcare.gov) kannst du Pläne vergleichen. Hast du eine Greencard und erfüllst Einkommensvoraussetzungen, kannst du unter Umständen Medicaid beantragen. Schließe unbedingt eine internationale Überbrückungsversicherung ab, die dich vom Tag der Einreise bis zur US-Versicherung absichert.

Einen deutschen Führerschein kannst du in der Regel für die ersten Wochen oder Monate nutzen – wie lange genau, variiert je nach Bundesstaat erheblich. In den meisten Bundesstaaten musst du innerhalb von 30 bis 90 Tagen nach Wohnsitzanmeldung einen lokalen Driver's License beantragen, der eine schriftliche und praktische Prüfung erfordern kann. Ein internationaler Führerschein (IDP) ergänzt den deutschen Führerschein, ersetzt ihn aber nicht dauerhaft. Informiere dich beim DMV (Department of Motor Vehicles) deines Bundesstaates.

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